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 112 Jahre Löschzug Willebadessen

112 Jahre Löschzug Willebadessen 1893 - 2005

Im Jahre 2005 beging der Löschzug Willebadessen sein 112-Jähriges Jubiläum. Dieser Anlass wurde natürlich gebührend gefeiert.

In diesem Zusammenhang ist auch die Idee aufgekommen, die Chronik des Löschzuges zu vervollständigen. Daher würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns Ihre Fotos, die im Zusammenhang mit dem Löschzug Willebadessen stehen, zur Verfügung stellen könnten.


mehr hierzu unter >> Aktionen ...
 
 100 Jahre Löschzug Willebadessen

Basierend auf der Festschrift zum 100-jährigen Jubliläum des Löschzug Willebadessen im Jahre 1993 entstand die folgende geschichtliche Übersicht.

100 Jahre Löschzug Willebadessen 1893 - 1993

Zu allen Zeiten hatten die Menschen mit den Gewalten der Natur zu leben und zu kämpfen. In Willebadessen gab es mehrere -zum Teil grosse- Brände. Die strohbedeckten Fachwerkhäuser, eine dichte Bebauung, primitive Löschvorrichtungen oder Wassermangel begünstigten die Brandgefahr. Ein verheerender Grossbrand, den nur die Klostergebäude, die abgebrochene Pfarrkirche (Westfälische Auslandsgesellschaft) und 36 Bürgerhäuser überstanden, legte Willebadessen am 11. April 1669 in Schutt und Asche.

Nur 52 Jahre waren nach dem Unglück des Frühjahres 1669 vergangen, als wieder eine grosses Feuer die ganze Stadt niederbrannte. Dazu der Chronist im Rats- und Bürgerbuch der Stadt Willebadessen wörtlich: >>Anno 1721, den 25. Oktober auf dem Samstag um 02:00 Uhr des nachmittags ist leider Gott erbarmet die ganze Stadt eingeäschert und rein abgebrannt, daß nicht einmal ein einziges Gebäude oder Stall geblieben, sogar die Kirche und der Turm und die Stadtpforte, daß nichts ist geblieben und alles in den Grund gebrannt<<.

Nach einer Entschädigungsliste des Amtsblattes der "Königlich-Preussischen Regierung zu Minden" fielen bei einem weiteren Brand am 31. Mai 1829 101 Häuser den Flammen zum Opfer. Dafür zahlte die Brandkasse eine Entschädigung in Höhe von 30.925 Reichstalern. Anhand der alten Hausnummern kann der Ausbreitungsverlauf des Feuers sehr gut nachvollzogen werden, wobei die gesamte Kirchseite und der untere Teil der Schulseite den Flammen zum Opfer fielen. Um die Gefahr zukünftiger Brände in Willebadessen zu verringern, wurde seitens der Regierung angeordnet, ein sogenanntes Baureglement zu erarbeiten. War bis dahin die Bebauung in Willebadessen noch ungeordnet, willkürlich, ohne feste Wege, bekamen nach dieser neuen Bauordnung die erwähnten Bereiche unserer Stadt den heutigen Zuschnitt bzw. den Grundriss und die Strassenführung.

Von dem Brand am 16. Juli 1838 schreibt der Bürgermeister Rintelen in einem Bericht an den Landrat in Warburg: >>Königlich wohllöbliche landrätliche Behörde beehre ich mich hierdurch ganz gehorsamst über den letztens zwischen 2 und 3 Uhr hier statt gehabten traurigen Brand betroffen, ergebens vorzulegen. Soviel ich bei den genauesten angestellten Erkundigungen bis jetzt habe in Erfahrung bringen können, so liegt dem fraglichen Brande weder Nachlässigkeit noch sonst irgend eine besondere Fahrlässigkeit zu Grunde, vielmehr kann ich die Versicherung geben, daß der Franz Lindenberg, bei dem das Feuer um die angegebene Stunde ausgebrochen ist, ein durchaus unbescholtener rechtlicher Mann ist. Bei diesem Brande wurden 52 Gebäude ein Raub der Flammen u. a. Rathaus und Armenhaus. Die Kirche und 25 Gebäude wurden weiterhin beschädigt<<.

Am 05. August 1893 wurde der Häuserblock von der Rochusstraße, Bogenstraße über Kurze Straße bis zur Grabenstraße ein Raub der Flammen. Das Feuer vernichtete laut einem Zeitungsbericht 26 Wohnhäuser und Nebengebäude. Alle umliegenden, sogar die Paderborner und Warburger Wehren, halfen bei den Löscharbeiten. Dieses Großfeuer war die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Willebadessen. Diese bestand damals aus 59 Mann und wurde von Hauptmann Guntermann geführt.

Am 25. Januar 1894 wurden die Statuten und die Dienstvorschriften der Freiwilligen Feuerwehr Willebadessen von Hauptmann Guntermann, Herrn Merz von der Ortspolizei und den anderen Gründungsmitgliedern unterzeichnet.

Schon im Jahre 1903 mußte die Feuerwehrleute beim Landwirt Altenrichter am Selleweg ihr Können zeigen.

Eine große Herausforderung für die Wehrleute war der Großbrand in der Kirchstraße am 25. August 1932. Die hierbei eingesetzte Pferdespritze wurde mit 8 Mann am Pumpenschwengel bedient. Trotz aller Bemühungen konnte nicht verhindert werden, daß die Häuser der Familien Nüssen, Butterwegge und Nüsse komplett abbrannten.

Untergebracht war die Pferdespritze in einem Schuppen an der Kreuzung Borlinghauser Straße und Bahnhofstraße (heute steht ein Kreuz dort).

Die Jahre zwischen 1933 und 1945 ließen es nicht zu, daß Fotos und Daten über Brände und andere Einsätze aufgezeichnet wurden, da man eine solche Dokumentation unter Strafe stellte.

Die Feuerwehrleute konnten sich bald darüber freuen, ein neues Spritzenhaus zu bekommen. Nach einem festlichen Umzug mit Kranzniederlegung am Ehrenmal wurde am 23. Oktober 1949 dieses größere Spritzenhaus an der Bahnhofstraße durch Pfarrer Jahn eingeweiht. Bürgermeister Bieling übergab das Gerätehaus dem Ortsbrandmeister Franz Böhmer.

In den nächsten Jahren wurden nur kleinere Brände registriert, oder es wurde in anderen Orten Hilfe geleistet, z. B. am 19. Mai 1950 in Neuenheerse bei dem Landwirt Wiederhold und 1951 bei der Kistenfabrik Bieling auf der Helle. Im August 1951 mußte die Wehr Hilfe bei einem Hochwassereinsatz leisten. Am 17. Oktober 1951 konnte durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr das Schlimmste bei der Familie Hilkenbach verhindert werden.

Am 14. Juni 1952, an Fronleichnam, hatte die Feuerwehr einen Grosseinsatz. Es brannte die Leiterfabrik Georg Böhmer an der Borlinghauser Strasse ab.

Das 50-jährige Bestehen der Wehr fiel in die Zeit des 2. Weltkrieges. Damals gab es keinen Anlaß zu Feiern. Darum feierte unsere Feuerwehr am 09. August 1953 ihr 60-jähriges Jubiläum in Verbindung mit dem Kreisfeuerwehrfest. Die Willebadessener nahmen regen Anteil daran. Geschmückte und beflaggte Häuser waren ein willkommener Rahmen für den Festzug. Das Jubiläumsfest begann mit einem Gottesdienst, den der damalige Vikar Kemper zelebrierte. Nach dem Gottesdienst fand die technische Tagung statt. Gegen 14:30 Uhr formierte sich der Festumzug mit allen angereisten Wehren in Richtung Ortskern. Ehrendamen und hochrangige Prominenz, darunter Landrat Happe, Oberkreisdirektor Hovermann, Amtsbürgermeister Buhte, Amtsdirektor Hillebrand, Amtsdirektor Grünheit, Kreisbrandmeister Diebenbusch und der Gemeinderat von Willebadessen begleitete den Festzug. Am Ehrenmal wurde der Gefallenen beider Weltkriege gedacht und ein Kranz niedergelegt. im Anschluß daran führte man der Bevölkerung eine Übung vor, in der eine Bretterwand mit Hakenleitern bestiegen werden mußte. Auch das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8 konnte begutachtet werden.

Schon am 14. Juni 1954 mußte das neue Fahrzeug eingesetzt werden. Es brannte der Hof des Landwirts Bieling in der Rosenstraße.

Am 26. Mai 1957 veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Willebadessen das Amtsfeuerwehrfest. Eine besondere Ehrung erfuhren die Feuerwehrmänner Anton Wiegand, Georg Ernst und Karl Lautenschläger. Amtsdirektor Robrecht überreichte ihnen für ihre 40 jährige Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr das goldene Verdienstkreuz.

Das 50 jährige Jubiläum feierte Ortsbrandmeister Franz Böhmer am 22. April 1958. Bezirksbrandmeister Bünnemann überreichte ihm die Urkunde. Auch Landrat Freiherr von Wrede und Bürgermeister Bieleing gehörten zu den Gratulanten.

Am 21. September 1959 brannten die Anwesen Diekmann und Hesselmann. Bei den Löscharbeiten kam es zu einem Zwischenfall, als ein britischer Panzer die ausgelegten Schläuche einfach überfuhr, worauf dieser in Feuerwehrmanier "bekämpft" wurde.

Am 01. Mai 1960 verlieh Oberkreisdirektor Hovermann dem Ortsbrandmeister Franz Böhmer das Bundesverdienstkreuz, welches er am Krankenbett im Warburger Krankenhaus entgegennahm.

Bei der Neuwahl am 10. Januar 1961 wurde Willi Pieper zum Ortsbrandmeister gewählt.

Die Einweihung einer Tragkraftspritzen-Pumpe TS 8/8 war der Anlaß, das Amtsfeuerwehrfest am 08. September 1963 durchzuführen.

Ein Großbrand auf dem Gutshof am 6. Februar 1965, bei dem 29 Rinder, mehrere Landmaschinen sowie erhebliche Mengen an Sommerweizen-, Heu- und Strohvorräten verbrannten, forderte die Feuerwehrleute aufs neue.

Am 05. März, kaum 4 Wochen später, brannte bei -14 Grad die Ackerscheune bis auf die Grundmauern nieder.

Am 16. und 17. Oktober 1965 feierte die Freiwillige Feuerwehr Willebadessen ihren 72. Geburtstag. Ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk machte die Stadt den Willebadessener Blauröcken. Von Bürgermeister Johannes Ortmann konnte Ortsbrandmeister Willi Pieper eine neue Standarte in Empfang nehmen, der sie an die Standartenträger weitergab. Anschließend zeichnete der damalige Amtsdirektor Robrecht die Feuerwehrkameraden Franz Lüke, Josef Sudbrock, Karl Weiffen, Fritz Dempewulf und Anton Schröder mit dem Feuerwehrehrenabzeichen in Gold aus.

Der zweite Festtag begann mit einer Heilligen Messe, in der die Standarte durch Pfarrer Wittuhit geweiht wurde. Im Festumzug konnten die Kameraden erstmalig ihre neue Standarte der Öffentlichkeit präsentieren.

Am 05. August 1969 um 21:30 Uhr wurden die Feuerwehrleute erneut mit der Sirene alarmiert. Der Bauernhof Helmut Lange in der Schäferstraße brannte. Die Feuerwehr konnte nur noch das Übergreifen auf die anderen Häuser verhindern.

Das Amtsfeuerwehrfest Dringenberg/Gehrden wurde am 30. April 1972 in Willebadessen gefeiert. Höhepunkt war die Einweihung des nach 10-jähriger Planung an der Bahnhofstraße entstandenen neuen Feuerwehrhauses durch Dechant Franz Wittuhit.

Ein LKW mit 30 t Streusalz verunglückte am 5. Dezember 1973 auf der Kreuzung Lichtenau/Kleinenberg. 27Feuerwehrmänner waren mit Schaufeln und Gemeindetraktor zwei Tage damit beschäftigt, die komplette Ladung zusammenzutragen. Zum Glück herrschte an diesem Wochenende wegen der Ölkrise Fahrverbot, so dass keine Fahrzeuge die Aufräumarbeiten behinderten.

Das Jahr 1974 war durch Waldbrände gezeichnet. Am 09. April brannte es an der Karlschanze und am 20. April bei Gut Schönthal.

Am 12. Juni 1975 brannte die Stallung des Aussiedlerhofes Johannes Beile. Trotz nichtfunktionierender Sirenen waren die Wehren Willebadessen, Peckelsheim und Brakel schnell an der Brandstelle. Probleme gab es bei der Wasserversorgung, da Leitungen über 3000 m gelegt werden mußten. Auch die große Zahl der Schaulustigen behinderte die Löscharbeiten zusätzlich.

Die Stadt Willebadessen beschloß im Jahre 1975 dem Löschzug Willebadessen ein neues Feuerwehrfahrzeug zu beschaffen. Am 5. August 1975 fuhren einige Kameraden nach Ulm und holten das Feuerwehrfahrzeug TLF 16/25 ab.

Eine besondere Herausforderung war ein Verkehrsunfall auf der Straße nach Lichtenau unterhalb des Fernsehsenders am 24. Mai 1976. Ein beladener belgischer Raketentransporter kippte um und schob dabei einen Militär-Jeep in den Graben. Dieser fing sofort Feuer. Bei der Alarmierung hieß es, die Rakete sei scharf !!!

Nach 16 Jahren Amtszeit als Ortsbrandmeister wurde Oberbrandmeister Willi Pieper am 18. Juli 1977 verabschiedet. Lob und Dank gab es vom damaligen Kreisbrandmeister Sternberg, Stadtbrandmeister Nolte, Stadtdirektor Woltiri und Bürgermeister Müller. Vor allem hob Herr Müller das "stetige Bohren" des Ortsbrandmeisters in Sachen Gerätehaus, das am 30. April 1972 eingeweiht wurde, hervor. Sein Nachfolger wurde Wilfried Hilkenbach, der seit 1965 der Freiwilligen Feuerwehr angehört.

Am 06. April 1978 brannte die Feldscheune des Landwirts Josef Schulze im Hagenfeld ab. Außer einigen Landmaschinen konnte nichts mehr gerettet werden.

Am Morgen des 24. Juli 1978 ertönte die Willebadesser Sirene abermals. Die ehemalige Mühle auf dem Schloßgelände brannte. Die Mühle, in der die KJG ihre Gruppenräume hatte, brannte trotz schnellen Eingreifens der Feuerwehr bis auf die Grundmauern nieder.

Ein Großbrand war der Grund, der die Wehren Willebadessen und Peckelsheim am 05. Oktober 1978 um 6:30 Uhr zum Einsatz rief. Am Bahnhof Nr. 11 brannte die gesamte Produktionsstätte der Firma Elmotex. Vierzig Produktionsmaschinen und das Gebäude mit einer Fläche von 50 x 70 Meter brannte völlig aus. Zwei Tage benötigten die Wehren, um alle Brandnester zu löschen. Nach den ersten Ermittlungen konnte die Kriminalpolizei eine Brandstiftung nicht ausschließen.

Einen rechten Anlaß zum Feiern hatten die Willebadessener Blauröcke am 24. April 1980. Bei einem "Tag der offenen Tür" wurde der Wehr ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8 durch die Stadt übergeben. Löschzugführer Wilfried Hilkenbach übernahm den Fahrzeugschlüssel und gab diesen an den Oberfeuerwehrmann Willi Ricken als erantwortlichen Maschinist weiter. Anschließend konnten die Bürger sich über den Ausbildungsstand und Ausrüstung der Wehr informieren.

Der Brand eines Waggons, der mit Holz beladen war, sollte am 9. Juli 1980 eine besondere Herausvorderung der Feuerwehr sein. Die Strecke Altenbeken - Warburg musste zeitweise gesperrt werden, da dieser Waggon sich zwischen einem Diesel- und Kunstdüngerwaggon befand. Durch das schnelle Eingreifen der Wehr konnte das Übergreifen auf die brisanten Stoffe verhindert werden.

Zur Hilfeleistung wurde die Freiwillige Feuerwehr Willebadessen am Abend des 12. Juli 1982 gerufen. Einsatzort war die Firma Grohmann in Bonenburg, die Styroporplatten herstellte. Rund 300 Feuerwehrleute aus den Kreisen Höxter und Paderborn mussten zum Teil mit schweren Atemschutz vorgehen. Da die Löschteiche nach einigen Stunden leer waren, wurde das Wasser mit Tanklöschfahrzeugen zum Einsatzort gefahren. Beim Brand entstand ein Schaden von mehreren Millionen Mark.

Was in Lustspielen wie "Hurra die Schule brennt" den Zuschauern als Jux gezeigt wird, wurde für die Grundschule Willebadessen zur bitteren Realität. Einer der Seitenflügel und der Verbindungstrakt der Schule brannten in der Nacht vom 26. auf den 27. August 1982 fast vollständig aus. Die Feuerwehren aus Scherfede, Borlinghausen, Brakel, Schmechten, Peckelsheim und Willebadessen brachten das Feuer bis ca. 2:00 Uhr unter Kontrolle. Nach ersten Ermittlungen der Kriminalpolizei konnte Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Die ersten Schadensschätzungen beliefen sich auf über 1 Millionen DM.

Auf die Landstraße L 828 zwischen Willebadessen und Neuenheerse wurde die Feuerwehr am 1. März 1983 zu einem Verkehrsunfall gerufen, der einen Toten und drei Schwerverletzte forderte. Einer der Schwerverletzten musste mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden.

Flächenbrände waren im Jahre 1984 die Hauptaufgaben der Feuerwehr. Allein 6 mal musste die Feuerwehr wegen Flächenbränden ausrücken. Ausnahme waren kleinere Autounfälle, bei denen Ölbindemittel ausgestreut werden musste.

Am 19. Februar 1985 wurde die Willebadessener Feuerwehr zur Hilfeleistung nach Helmern gerufen. Gegen 03:00 Uhr in der Nacht brannte die Scheune des Landwirtes Meyer.

Der Jahreswechsel von 1985 auf 1986 war durch einen "Dauereinsatz" bei der Familie Kleinewiese und der Gaststätte Klocke geprägt. Vom 2. Weihnachtstag bis Silvester und vom 19. bis 21. Januar 1986 mussten die Feuerwehrleute rund um die Uhr Wasser aus den Kellern und Kanälen pumpen.

Vom 26. November bis zum 13. Dezember 1986 musste die Wasserversorgung der Haushalte in Altenheerse sichergestellt werden, da der Brunnen durch Verunreinigungen nicht mehr benutzt werden durfte. Die Feuerwehren von Willebadessen und Peckelsheim transportierten das Wasser mit Tanklöschfahrzeugen zu einem Sammelort, wo die Bürger das Wasser abholten.

Am 10. Juni 1987 brannte das Wohnhaus der Familie Surwehme am Schützenberg. Besondere Schwierigkeiten machten die Lehmdecken, die ein Begehen nur begrenzt zuließen. Erschwerend kam hinzu, dass durch Wassereinwirkung die Decken weich und somit instabil wurden.

Aufgrund widriger Umstände trat der Löschzug Willebadessen am 27. November 1987 geschlossen aus der Stadtwehr aus. Am 13. März 1988 trat der Löschzug wieder geschlossen ein, da die Streitpunkte gelöst waren bzw. Einigkeit erzielt wurde.

Ein Ausflug des gesamten Löschzuges nach Hannover zur Messe "Interschutz" am 29. Mai 1988 war eine sehr informative Abwechslung für die Feuerwehrkameraden. Die Frauen und Kinder besuchten alternativ den Hannoveraner Zoo.

Am Abend des 20. August 1989 brannte das Familienhaus oberhalb des Wildparkes. Die Wehren aus Dringenberg, Neuenheerse, Brakel, Warburg, Bad Driburg, Peckelsheim und Willebadessen mussten mit Tanklöschfahrzeugen das Wasser zur Einsatzstelle fahren. Der Wald und das unwegsame Gelände erschwerten die Löscharbeiten zusätzlich. Noch am nächsten Tag mussten Brandnester gelöscht werden.

Ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 war der Anlass, dass 6 Feuerwehrkameraden nach Gingen bei Ulm fuhren und es von der Firma Ziegler abholten. Am 28. März 1990 wurde das Fahrzeug und die Kameraden von der Wehr empfangen.

Dieses neue Löschgruppenfahrzeug nahm die Wehr zum Anlass, den Bürgern die Fahrzeuge und die Einsatzbereitschaft der Wehr vorzuführen. Was gibt es da besseres für so einen Informationstag als einen "Tag der offenen Tür", der am 29. Juli 1990 durchgeführt wurde. Nach der Begrüssung der Honoratioren wurde das Fahrzeug vom Stadtdirektor Woltiri und Bürgermeister Erwin Möller an den Löschzugführer Wilfried Hilkenbach übergeben. Dieser gab den Schlüssel an den Oberfeuerwehrmann Robert Schirrmacher weiter, der als verantwortlicher Maschinist das Fahrzeug übernahm. Nach der Einweihung des Löschfahrzeuges LF 16 durch Pastor Sprenger zeigten die Feuerwehrkameraden ihr fachliches Können in einigen Übungen, z.B. Menschenrettung aus einem Auto und aus einem Haus über Leitern. Auch eine Fettexplosion und die Handhabung der 100-jährigen Feuerwehrspritze wurde gezeigt. Anschließend feierten die Bevölkerung und die Feuerwehrkameraden noch bis in den späten Abend. Musikalisch wurde die Veranstaltung vom Musikverein Willebadessen begleitet.

Am 05. September 1990 musste die Freiwillige Feuerwehr Willebadessen nach Schweckhausen-Schönthal. Der Bauernhof des Landwirten Franz Igges brannte. Siebzig Tiere verbrannten in den Stallungen, und auch einige Landmaschinen fielen den Flammen zum Opfer. Die Wehren aus Warburg, Schweckhausen, Eissen, Scherfede, Peckelsheim und Willebadessen konnten das angrenzende Wohnhaus vor den Flammen schützen. Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden von ca. 700.000 DM.

Keine zwei Wochen später rückte die Willebadessener Feuerwehr um 18:30 Uhr zum Rittergut nach Schweckhausen aus. Die Wehren aus dem Stadgebiet Willebadessen, Borgentreich, Natzungen, Warburg und Bad Driburg hatten am 14. September 1990 alle Hände voll zu tun, um das Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude zu verhindern. Um 23:30 Uhr hatten die Wehren den Brand unter Kontrolle, mussten aber trotzdem Wasser aus anderen Orten holen, da Löschteiche leer gepumpt waren.

Am Donnerstag, den 04. April 1991, gegen 18:00 Uhr verbrannten auf dem Gut Wertheim zwischen Willebadessen und Neuenheerse bei einem Großfeuer rund 700 Schweine in ihren Stallungen. Durch den schnellen Einsatz der Löschzüge Bad Driburg und Willebadessen sowie der Löschgruppen aus Neuenheerse und Dringenberg konnte dann ein Übergreifen der Flammen auf die zum Hof gehörenden Maschinen und die Mietstation sowie einen weiteren Stall verhindert werden.

Das Imprägnierwerk in Borlinghausen war am 16. Juli 1991 Einsatzstelle der Feuerwehren aus Borlinghausen und Willebadessen. Vermutlich durch Funkenflug fing die Filteranlage oberhalb eines Spänebunkers Feuer. Die um 17:18 Uhr alarmierten Feuerwehren rückten mit 40 Feuerwehrleuten an und konnten den Brand innerhalb einer Stunde löschen.

Am 6. Oktober 1991 machte sich der Löschzug mit einem Reisebus auf den Weg nach Frankfurt. 45 Feuerwehrfreunde, darunter interessierte Ehefrauen und natürlich Kinder, wollten sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen. Der Höhepunkt war die Besichtigung der Flughafenfeuerwehr und der Flughafenanlage. Mit vielen neuen Eindrücken und Informationen trat dann der Löschzug abends die Rückreise an. Für alle war dies eine Art von Weiterbildung, aber auch Pflege der Kameradschaft, die im Löschzug Willebadessen gross geschrieben wird.

Am 20. Januar 1992 wurde die Wehr um 23:00 Uhr zu einem schrecklichen Unfall gerufen. Im Mühlengraben der Mühle Spork lag ein PKW mit 3 eingeschlossenen Personen. Trotz sofort eingeleiteter Hilfsmassnahmen waren 2 Tote und ein Schwerverletzter zu beklagen. Ein Angehöriger der Willebadessener Wehr zählte zu den Opfern.

Mit der Gründung einer Jugendfeuerwehr wurde ein lange gehegter Wunsch Realität. Am 8. April 1992 trafen sich Jugendliche und Vertreter der Feuerwehr und der Stadt im Gerätehaus. Unter Leitung von Löschzugführer Wilfried Hilkenbach und Jugendfeuerwehrwart Heiner Hesselmann wurde die Jugendfeuerwehr mit 25 Jugendlichen gegründet.

Ein Großfeuer vernichtete am 28. Juli 1992 um 19:00 Uhr große Teile der Lager- und Produktionsräume der Holzwollefabrik Lange. Als die Wehrleute am Einsatzort eintrafen, schlugen ihnen meterhohe Flammen aus den Fenstern und dem Dach entgegen. Unterstützung bekamen die Willebadessener Blauröcke von Feuerwehreinheiten aus Warburg, Altenheerse, Helmern und Peckelsheim. Das Wasser wurde aus einem nahen Feuerlöschteich gepumpt. Während des Einsatzes geriet eine Acethylenflasche in Brand. Sie musste 24 Stunden lang gekühlt werden. Das Feuer war nach ca. 4 Stunden unter Kontrolle, so dass die helfenden Wehren um 23:00 Uhr abrücken konnten. Der Schaden wurde auf 1 Million Mark geschätzt.

Am Nikolaustag 1992 brannte der Keller im alten Sägewerk Mehring. Um 17:00 Uhr rief die Sirene die Wehr zum Einsatz. Nach einer Stunde konnte das Feuer unter Einsatz von schwerem Atemschutz gelöscht werden.

Drei Verletzte und hoher Sachschaden waren das Ergebnis eines Verkehrsunfalls, am 29. Dezember 1992 auf der Ostwestfalenstraße bei Niesen. Die Freiwillige Feuerwehr Willebadessen musste um 13:00 Uhr anrücken, um die Unfallstelle abzusichern und Ölbindemittel auf das ausgelaufene Öl zu streuen.

Am 19. März 1993 hatte ein PKW-Fahrer, der aus Willebadessen kam und auf die Umgehungsstraße L 828 wollte, die Vorfahrt nicht beachtet. Der Fahrer des auf der L 828 befindlichen PKW musste mit schweren Verletzungen ins Warburger Krankenhaus gebracht werden. Die Feuerwehr räumte die Unfallstelle und streute Ölbindemittel aus.

Keine 6 Wochen später, am 27. April 1993, fuhr eine PKW-Fahrerin in Willebadessen, Bahnhofstraße, Höhe Einmündung St. Sebastianstraße, auf einen an der Einmündung haltenden PKW auf. Zwei Personen wurden leicht verletzt.

Glück im Unglück hatte eine PKW-Fahrerin, am 16. Mai 1993 bei einen Unfall. Die Frau war mit ihrem Opel zwischen Willebadessen und Neuenheerse unterwegs, als sie in einer Rechtskurve über die Mittellinie kam. Aufgrund des Gegenverkehrs wollte sie wieder auf die rechte Seite lenken, übersteuerte dabei, kam von der Fahrbahn ab, überschlug sich mit dem PKW und blieb im Feld liegen. Die Frau kam mit den Schock davon. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle und führte Erste Hilfe-Massnahmen durch.

Ein schwerer Unfall ereignete sich am 26. Juni 1993 während des Schützenumzuges. Um ca. 15:00 Uhr wurde die Wehr durch Meldeempfänger alarmiert. Innerhalb von 2 Minuten war die Feuerwehr an der Einsatzstelle. Durch sofort eingeleitete Hilfeleistungen (Vornahme von Schere und Spreizer) konnten 4 Schwerverletzte Personen befreit werden. Eine Person wurde mit dem Rettungshubschrauber in die Städtische Klinik Kassel geflogen. Diese Person verstarb nach zwei Tagen.

Liebe Mitbürger, Liebe Feuerwehrfreunde!
Aus Platzmangel konnten wir nicht alle Ereignisse der vergangenen 100 Jahre in der Festschrift aufzeigen. Sollten Sie weiteres Informationsmaterial besitzen, das unsere Chronik ergänzen könnte, würden wir uns freuen, wenn Sie dieses der Feuerwehr leihweise zur Verfügung stellen würden.


Impressum zur Festschrift
Herausgeber:
Freiwillige Feuerwehr, Löschzug Willebadessen, 1993

Redaktion:
Herbert Clases
Wilfried Hilkenbach
Bernd Pieper
Ulrich Pieper

Hauptverantwortlich:
Herbert Clases
Ulrich Pieper

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